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WIN-Charta Prozess

Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen

Der WIN-Charta Prozess
In sechs einfachen Schritten in das Nachhaltigkeitsmanagement einsteigen.

Der WIN-Charta-Prozess verfolgt das Ziel, Nachhaltigkeit zu einem Markenzeichen der baden-württembergischen Wirtschaft werden zu lassen. Im Vordergrund stehen herausragende Beispiele, individuelle Lösungsansätze und der gegenseitige Austausch. Hier erklären wir Ihnen, wie Ihr Unternehmen sich erfolgreich an der WIN-Charta beteiligt.

In sechs Schritten zu mehr Nachhaltigkeit

Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta bekennt sich Ihr Unternehmen zu den in der Charta formulierten Leitsätzen nachhaltigen Wirtschaftens. Ihr Unternehmen erhält ein öffentlichkeitswirksames WIN-Charta-Unterzeichnerlogo, das Ihr Engagement für Nachhaltigkeit deutlich macht.

Interessiert? Dann melden Sie sich gleich online zur WIN-Charta an oder nehmen Sie Kontakt mit der Geschäftsstelle der WIN-Charta auf, um in einem telefonischen Hintergrundgespräch offene Fragen zu klären und die Unterzeichnung in die Wege zu leiten.

Weiterführende Informationen 

Ansprechpartner der WIN-Charta

Binnen drei Monaten nach Unterzeichnung legen Sie ein spezifisches Konzept vor, in dem Sie Ihre Ziele und beabsichtigten Maßnahmen zur Nachhaltigkeitssteigerung in Ihrem Unternehmen darstellen. Grundlage dafür sind die zwölf Leitsätze der WIN-Charta.

Das Zielkonzept muss auf Ihrer Unternehmens-Homepage dargestellt werden, damit sich die Öffentlichkeit und Ihre Anspruchsgruppen darüber informieren können.

Weiterführende Informationen

Vorlage zur Erstellung des Zielkonzepts

Ihr Unternehmen setzt die im Zielkonzept dargestellten Maßnahmen um und dokumentiert die Ergebnisse anhand qualitativer und nach Möglichkeit quantitativer Indikatoren. Sie können spezifische Leitsätze und Ziele in den Fokus rücken, um so eigene Schwerpunkte zu setzen. Dies bietet Ihrem Unternehmen ausreichend Freiraum für eine ganz individuelle Nachhaltigkeitsstrategie.

Neben der internen Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen unterstützt Ihr Unternehmen außerdem ein ausgewähltes lokales WIN!-Projekt und fördert so die Nachhaltigkeit im direkten Unternehmensumfeld. 

Die Investition in lokale WIN!-Projekte stellt sicher, dass die Mittel dort eingesetzt werden, wo sich die Anspruchsgruppen Ihres Unternehmens befinden: Mitarbeiter und ihre Familien, Nachbarn, Lieferanten, Kunden oder Medien. 

Vorteil: Die Gruppen profitieren direkt vor Ort von den Maßnahmen und sehen die Leistung Ihres Unternehmens. Der Gedanke von Nähe und nachhaltiger Entwicklung in der Region wird mit jedem teilnehmenden Unternehmen verstärkt. Motto: „Tue Gutes dort, wo es von den Anspruchsgruppen gebraucht und gesehen wird und sprich darüber!“

Auswahl des Projekts

 

Die zu investierenden Mittel bzw. Leistungen sollen sich dabei an den Kosten einer vergleichbaren Zertifizierung oder Nachhaltigkeitsprüfung orientieren, jedoch auch für kleine Unternehmen keine Umsetzungshürde darstellen.

Sie können frei entscheiden,

  • welches lokale oder regionale Projekt Sie zur Unterstützung auswählen, solange dieses mit den Schwerpunktthemen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg wie Energie und Klima, Ressourcen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Mobilität oder Integration übereinstimmt.
  • ob Sie ein eigenes neues WIN!-Projekt ins Leben rufen oder ein existierendes Projekt unterstützen.
  • ob Sie das gewählte Projekt finanziell, materiell oder personell unterstützen.

 

Die Projektauswahl soll sich an den Kompetenzen Ihres Unternehmens orientieren. So könnte sich beispielsweise ein Gärtnerei- oder Landwirtschaftsbetrieb in einem Baumpflanzprojekt engagieren, ein handwerklicher Betrieb könnte einen Spielplatz errichten und ein Industrieunternehmen einen Umwelttag für Kinder organisieren. Bei Bedarf berät Sie die Geschäftsstelle der WIN-Charta bei der Auswahl von individuellen Projekten. Aktuelle WIN!-Projekte finden Sie auch hier.

Beachten Sie: Als Unterzeichner der WIN-Charta gehen Sie eine freiwillige Selbstverpflichtung ein – es liegt somit in Ihrem Ermessen, welcher Betrag bzw. welche Form der lokalen Initiative für Sie angemessen ist. Durch den Verzicht auf kostenintensive Prüfungen wird eine finanzielle Zusatzbelastung der Unternehmen vermieden. Alle Mittel kommen so unmittelbar der Nachhaltigkeitssteigerung vor Ort zugute.

 

Die Projektbeschreibung innerhalb der WIN-Charta-Berichterstattung

Teil der WIN-Charta-Berichterstattung ist die Beschreibung des unterstützten WIN!-Projekts. Hier dokumentieren Sie Ihr Projekt mit Art und Umfang der Unterstützung, einem Ansprechpartner bzw. dem Projektpaten sowie einem Beitrag des WIN!-Projekts zu den Schwerpunktthemen der Nachhaltigkeitsstrategie.

Darüber hinaus sollte Ihr Bericht Angaben enthalten, ob Sie dieses Projekt auch in der kommenden Berichtsperiode unterstützen oder ob Sie eine andere Projektidee verfolgen werden. Empfehlenswert ist es, einen lokalen WIN!-Projektpaten zu benennen, der die nachhaltige Mittelverwendung bestätigt, das WIN!-Projekt begleitet und als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Dies fördert die Vernetzung des Projekts vor Ort und ermöglicht die Einbindung lokaler Interessen.

 

 

Ein Jahr nach Einreichung des Zielkonzepts bzw. 15 Monate nach Unterzeichnung legen Sie dem Land Baden-Württemberg einen Bericht vor, der über den bisher erreichten Umsetzungsstand Ihrer Maßnahmen und des WIN!-Projekts informiert. Mittels qualitativer Beschreibungen und einer leicht handhabbaren Berichtsvorlage stellt die Berichtspflicht auch für KMU keinen großen Aufwand dar. Bestehende Zertifizierungen und Nachhaltigkeitsberichte können Sie natürlich berücksichtigen.

Die Glaubwürdigkeit des WIN-Charta-Unterzeichnerlogos beruht auf Transparenz und sichtbaren Aktivitäten. Als Unterzeichner der WIN-Charta verpflichten Sie sich daher zu einer jährlichen Berichterstattung, die über den erreichten Umsetzungsstand Ihrer Maßnahmen und des WIN!-Projekts informiert.

Inhalt

a) Qualitative Berichterstattung (obligatorisch)
Den Kern Ihres WIN-Charta-Berichts bildet die qualitative Berichterstattung. Erwünscht ist ein kompaktes, vergleichbares Berichtsformat mit folgenden Inhalten, wobei die angegebene Seitenzahl als Orientierungswert zu verstehen ist:

  • Ausgefüllte WIN-Charta-Checkliste, die über die Nachhaltigkeitsleistungen Ihres Unternehmens und das WIN!-Projekt informiert (ca. 1 Seite)
  • Überblick über die gewählten Schwerpunkt-Leitsätze, inklusive einer Begründung der Schwerpunktsetzung (ca. 1 Seite)
  • Ausführliche Beschreibung der Aktionen in Bezug auf die einzelnen Schwerpunkt-Leitsätze (ca. 2 Seiten pro Schwerpunkt)
  • Beschreibung der Maßnahmen und Ergebnisse in Bezug auf die übrigen Leitsätze (ca. 3-4 Seiten)
  • Überblick über Ziele und Schwerpunktsetzung für die nächste Umsetzungsperiode

 b) Quantitative Berichterstattung (optional)

Mit der quantitativen Berichterstattung über ausgewählte Indikatoren verstärken Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer Nachhaltigkeitsanstrengungen. Viele dieser Indikatoren bedürfen keiner aufwändigen Erhebung, sondern werden von jedem Betrieb routinemäßig erhoben. Indikatoren-Vorschläge finden Sie in dem PDF „Begleitmaterial zur WIN-Charta“, das Sie im Downloadbereich finden.

c) Anrechnung bestehender Zertifizierungen (optional)
Zertifizierungen und Berichterstattungen, die sich an anerkannten Standards wie der Global Reporting Initiative (GRI) oder dem Global Compact orientieren, stellen einen glaubhaften Beleg unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen dar. Sie können diese bei der Dokumentation der entsprechenden Leitsätze berücksichtigen. 

Die Zertifizierungen sind aber keine Bedingung. Für viele kleine und mittlere Unternehmen stellen sie eine große Herausforderung dar – aber genau jenen Firmen will die WIN-Charta einen Einstieg in das nachhaltige Wirtschaften ermöglichen.

Wird in Ihrer Dokumentation eines Leitsatzes eine Zertifizierung angeführt, müssen Sie die folgenden Aspekte transparent aufzeigen:

  • Wie trägt die Zertifizierung zur erfolgreichen Umsetzung des Leitsatzes bei? 
  • Auf welchen Leitsatz bezieht sich die Zertifizierung im Einzelnen?
  • Durch welche Stelle ist die Zertifizierung erfolgt? 
  • Seit wann besteht die Zertifizierung? Wann wurde die letzte Überprüfung durchgeführt?
  • Welche Entwicklungen konnten durch die Zertifizierung angestoßen werden?

Auch vorhandene Nachhaltigkeitsberichte nach anerkannten Standards können Sie berücksichtigen. Verweisen Sie dazu in der Dokumentation zu den einzelnen Leitsätzen, wo sich jeweils entsprechende Informationen finden lassen (mit Angabe der Seitenzahl).
Aus Gründen der Vergleichbarkeit ist es erforderlich, das einheitliche WIN-Berichtsformat zu wahren. Weitere Informationen zur Anrechnung bestehender Zertifizierungen finden Sie in dem PDF „Begleitmaterial zur WIN-Charta“, das Sie hier downloaden können.

Ergebnisdokumentation

Je nach Umfang der angestrebten Ziele müssen nicht in jeder Berichtsperiode endgültige Ergebnisse vorliegen. Sie können Ihre Nachhaltigkeitsleistungen auch durch eine Darstellung der Entwicklungen und der ergriffenen Maßnahmen transparent machen.
Passen Sie die Dokumentation Ihren Möglichkeiten an. Denken Sie daran: Ihre Glaubwürdigkeit steigt aber mit der Genauigkeit Ihrer Angaben. Integrieren Sie Passagen aus dem Zielkonzept direkt in Ihren Bericht.

Veröffentlichung

Veröffentlichen Sie den jährlichen Bericht auf Ihrer Homepage und senden Sie ihn zusätzlich an die Geschäftsstelle der WIN-Charta. Alle Berichte werden aufgeführt und damit zusätzlich in ihrer öffentlichen Wirkung gesteigert.

 

Weiterführende Informationen

Vorlage zur Erstellung des Berichts
Begleitmaterial zur WIN-Charta

Die WIN-Charta verzichtet auf kostspielige Prüfverfahren, sodass alle Mittel direkt Nachhaltigkeitszwecken zugute kommen. Durch die transparente und öffentliche Darstellung Ihrer Nachhaltigkeitsleistungen können die mit Ihrem Unternehmen in Verbindung stehenden Anspruchsgruppen (bzw. Stakeholder) ihre Leistungen beurteilen: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner sowie die im direkten Umfeld Ihres Unternehmens wohnhaften Personen.

Tipp: Identifizieren Sie frühzeitig alle relevanten Anspruchsgruppen Ihres Unternehmens und binden Sie diese aktiv in den WIN-Charta-Prozess ein. Schaffen Sie Transparenz und informieren Sie alle Beteiligten regelmäßig über den Verlauf des Projekts und alle wichtigen Entwicklungen.

Anschließend können Sie Ihr Nachhaltigkeitsversprechen erneuern und so einen kontinuierlichen Nachhaltigkeitsprozess in Ihrem Unternehmen etablieren. Ein Zielkonzept ist nun nicht mehr erforderlich – Sie können direkt an das bisher Erreichte anknüpfen.