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WIN-Charta - ein Instrument für Unternehmen aus Baden-Württemberg

Nachhaltigkeit messen: GRI, DNK und WIN-Charta im Vergleich

WIN-Charta im Vergleich
Die WIN-Charta orientiert sich an den Kriterien anderer Nachhaltigkeitsmanagement-Systeme

Mit der Entwicklung der WIN-Charta durch den Initiativkreis der Wirtschafsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) entstand ein speziell für kleine und mittlere Unternehmen umsetzbares Qualitätsmerkmal, das sowohl eine Beurteilungs-/ Bewertungsfunktion als auch eine Kommunikationsfunktion zur Nachhaltigkeit in Unternehmen erfüllt und über eine regionale Landeskomponente verfügt. Dies geschah ergänzend zu bereits bestehenden Nachhaltigkeitssystemen wie der Global Reporting Initiative (GRI) oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). 

Die WIN-Charta steht nicht in Konkurrenz zu bereits bestehenden Systemen der Nachhaltigkeitsmessung, sondern ist an den Kriterien und Indikatoren von GRI oder DNK orientiert. Die WIN-Charta verfügt darüber hinaus über eine erkennbare Landeskomponente, die ein baden-württembergisches Qualitätsmerkmal Nachhaltigkeit glaubhaft rechtfertigt und von den bestehenden Systemen abhebt. Die WIN-Charta ist vielmehr als Chance für kleinere Betriebe zu sehen, im regionalen Kontext der freiwilligen Verpflichtung zur Nachhaltigkeit zu folgen, wenn ihnen DNK oder GRI als zu groß erscheinen.

Die begrenzte Laufzeit der WIN-Charta mit abschließendem Nachhaltigkeitsbericht ermöglicht einen erleichterten Einstieg ins nachhaltige Wirtschaften mit der Option auf eine langfristige Etablierung und Ausweitung. Für Großunternehmen, die bereits den Kriterien von DNK oder GRI folgen, dient die WIN-Charta als zusätzliches Instrument, um das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit an lokalen Standorten in Baden-Württemberg glaubhaft zu intensivieren und zu kommunizieren. Nachfolgend die drei wesentlichen Nachhaltigkeitssysteme im Vergleich:

Als weltweit führend gilt der umfassende Nachhaltigkeitsberichtsrahmen der Global Reporting Initiative (GRI), der sich als kontinuierlicher internationaler Dialog unter Einbeziehung vielfältiger Anspruchsgruppen versteht. Der Berichtsrahmen und ein zugehöriger Leitfaden legen Prinzipien für die Nachhaltigkeitsmessung dar, um die Vergleichbarkeit innerhalb von Branchen zu verbessern. 

Im Rahmen der ständigen Weiterentwicklung besteht seit Mai 2012 die vierte Generation der Nachhaltigkeitsberichterstattung, deren Vorgaben weltweit von mehr als 5000 Unternehmen, Verbände und Organisationen aus über 70 Ländern genutzt werden.

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) wird seit 2010 vom Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung zur freiwilligen Anwendung empfohlen. Der Standard soll die Transparenz, Verbindlichkeit und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen erhöhen. Per Entsprechenserklärung legen Unternehmen Zeugnis ab über die Erfüllung der Kriterien beziehungsweise über Abweichungen.

In 20 Kriterien mit je bis zu zwei Leistungsindikatoren werden nach internationalen Standards Aspekte von Ökologie, Sozialem und Unternehmensführung beschrieben, um die Nachhaltigkeitsleistungen für den Kapitalmarkt bewertbar zu gestalten. Derzeit haben 62 deutsche Unternehmen die Entsprechungserklärung des DNK unterzeichnet.

Durch die flexible Schwerpunktsetzung und eine schlanke Berichtsform schafft die WIN-Charta für kleine und mittlere Unternehmen einen erleichterten Zugang zu einem strukturierten Nachhaltigkeitsmanagement und stärkt das Engagement der Unternehmen im regionalen Umfeld. Durch den Wegfall aufwendiger externer Prüfungen ist die Charta auch für einzelne Betriebsstätten großer Unternehmen interessant, da sie finanzielle Kapazitäten für regionale Projekte freisetzt und durch die Pflicht zur Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts auf der Unternehmenshomepage den direkten Dialog mit den Anspruchsgruppen fördert. Die ersparten Kosten für ein aufwendiges Prüfverfahren, zum Beispiel durch eine externe Prüfinstitution, sollen direkt in ein in der WIN-Charta verpflichtend vorgeschriebenes regionales WIN-Projekt fließen.